Florentino gibt es seit 2026, weil uns nichts gepasst hat: weder die Klamotten noch die Leute, die sie verkaufen. Streetwear-Labels, die „Rebellion“ auf Hoodies drucken und hinterher in Zoom-Calls über Zielgruppen reden. Die beim Wort „Haltung“ an ein Logo denken und dir für 89 Euro ein Gefühl verkaufen, das sie selbst nie hatten.
Überall Friede, Freude, Eierkuchen. Alle gut drauf, alle dankbar, alle #blessed. Nur stimmt das nicht. Es traut sich bloß keiner, es auszusprechen.
Wir schon. Am liebsten würden wir den ganzen Tag mit ausgestrecktem Mittelfinger durch die Gegend laufen. Weil das nicht geht, machen wir Klamotten und Bilder, die es für uns tun.
Schweren Stoff, der nach drei Wäschen nicht aussieht wie ein Spüllappen. Prints, die man nicht jedem erklären muss, und wer fragt, versteht es eh nicht. Kein Marketing-Schmus, keine Drop-Hysterie, kein „Join the movement“.
Unsere Ideen entstehen nicht am Whiteboard. Sie kommen im Auto vor der Haustür, am Küchentisch, wenn die Kinder schlafen, und in Nächten mit Freunden, die eigentlich schon um elf vorbei sein sollten. Selten nüchtern, nie im Meeting.
Jedes Teil muss einen Grund haben, zu existieren. Hat es keinen, fliegt es raus, auch wenn es sich gut verkaufen würde.
Florian & Friends. Florian, Vater von zwei Kids und zu allen freundlich. Wirklich zu allen. So sieht ein ganz normaler Tag aus. Oben steht, was er sagt. Darunter, was er denkt.
Wach, bevor der Wecker klingelt. Wie jeden Tag. An die Decke starren.
Noch dreizehn Minuten, in denen niemand was von mir will.
Zwei Kinder wecken. Brotdosen. Ein Schuh fehlt. Dann der zweite. „Alles gut, Schatz.“ Lächeln.
Nichts ist gut. Aber ihr sollt das nie merken.
Stau. Hinten im Auto wird gestritten, vorne wird gelächelt.
Einfach mal nur schreien. So richtig. Ein einziges Mal.
Kita-Tür. „Guten Morgen! Ja, total stressig gerade, haha.“ Lächeln.
Wenn du wüsstest, wie wenig „haha“ das ist.
Daily. Jemand will „nur kurz was teilen“. Vierzig Minuten. Nicken. Lächeln.
Kamera aus wäre jetzt ein Geschenk. Mittelfinger unter dem Tisch auch.
„Kannst du das bis heute Abend noch schnell machen?“ – „Klar, gerne!“
Nein. Kann ich nicht. Will ich nicht. Mach ich trotzdem.
Mittagessen am Schreibtisch. Kalt. Nebenbei Mails.
Wann hab ich eigentlich das letzte Mal was geschmeckt?
Bug auf Produktiv. Natürlich. „Kein Problem, schau ich mir an.“ Lächeln.
Alles ist ein Problem. Ich bin nur der Einzige, der es nicht sagen darf.
Elternchat, 47 neue Nachrichten. Daumen hoch. Herzchen.
Wenn ich jetzt schreibe, was ich denke, bin ich raus aus der Laternengruppe.
Im Auto vor der Haustür. Motor aus. Nicht aussteigen.
Noch fünf Minuten nichts sein müssen. Kein Papa, kein Kollege, kein Netter. Einfach nur leer.
Abendessen. Nudeln landen auf dem Boden, Saft auf dem Tisch. „Ist doch nicht schlimm.“
Ist es auch nicht. Es ist nur der hundertste Tropfen heute.
Gute-Nacht-Geschichte. Zweimal. Kleine Hände, die nicht loslassen wollen.
Lächeln. Diesmal echt. Dafür lohnt sich der ganze Rest.
Laptop wieder auf. Das „bis heute Abend schnell“ von 11:20.
Danke, dass ihr meinen Feierabend so gut gebrauchen könnt.
Küchentisch. Leinwand. Farbe.
Endlich nicht mehr lächeln. Endlich alles raus, was den ganzen Tag drin bleiben musste.
Das Bild schreit. Der Mittelfinger steht. Florian ist still.
Morgen um 05:47 geht's von vorne los. Aber heute Nacht hat einmal jemand für mich geschrien.
Und die Freunde? Das sind die, bei denen er das alles nicht muss. Die genau wissen, wie sich 17:20 anfühlt, weil sie selbst jeden Tag dort sitzen.
Und mal ehrlich: Wie sieht's bei dir auf der Arbeit aus? Alle aufrichtig, alle anständig, alle meinen, was sie sagen? Träum weiter.
Was um 23:58 passiert, gibt es jetzt in unserem Shop. Gesichter, die schreien, weil sie es den ganzen Tag nicht durften. Augen, die zu müde sind, um noch so zu tun als ob. Mittelfinger, die kein Statement sind, sondern ein Ventil. Und diese graue Schwere, die keinen Namen will, weil „läuft schon“ so viel einfacher ist.
Die Originale bleiben bei uns. Sie sind das Tagebuch, das niemand lesen soll. Zu dir kommt eine Kopie davon, als Druck für deine Wand. Und eine Geschichte, die jeder schon mal erlebt hat. Ein schreiendes Gesicht über dem Sofa sagt mehr über dich als jedes „Live Laugh Love“-Schild.
Klar eckt das an. Klar fragt die Schwiegermutter, ob man das wirklich aufhängen muss. Aber wir provozieren nicht, um Klicks zu kriegen oder cool zu wirken. Provokation ist bei uns nicht das Ziel, sie ist die Nebenwirkung.
Das hier ist Kunst. Und Kunst, die um 17:20 im Auto entsteht, kann nicht hübsch sein. Sie muss raus, so wie sie ist, sonst bleibt sie drin. Und was zu lange drinbleibt, macht kaputt.
Die Kunstgeschichte ist voll von Bildern, bei denen die Leute erst mal weggeschaut haben, weil sie zu laut waren, zu wütend, zu ehrlich. Wir behaupten nicht, dass wir in diese Reihe gehören. Aber wir malen aus demselben Grund: weil es nicht anders geht.
Das ist keine Provokation.
Das ist ein Ventil.
Mit Rahmen drum.
Wenn bei dir gerade jeder Tag 17:20 ist: Die Telefonseelsorge hört zu, rund um die Uhr, anonym und kostenlos, unter 0800 111 0 111 oder auf telefonseelsorge.de.
Drei Dinge, die wir nicht verhandeln.
Schwere Stoffe, verstärkte Nähte, Motiv aus Liebe. Ein Teil, das nach der zehnten Wäsche noch so aussieht wie am ersten Tag.
Wir produzieren in kleinen Stückzahlen statt auf Halde. Ist ein Teil weg, ist es weg. Dafür gibt es keinen Lagerschrott, den später keiner will.
Was auf dem Etikett steht, stimmt. Was in den AGB steht, meinen wir auch so. Keine versteckten Kosten, keine Kleingedruckt-Tricks.
„Wir bauen kein Lifestyle-Imperium. Wir machen Hoodies und Bilder für Leute, die den ganzen Tag lächeln und nachts wissen, was sie eigentlich denken.“
Reden ist billig. Guck dir an, was wir tatsächlich machen. Oder sag uns, was du denkst.